Gleichberechtigt Leben mit Assistenz

Gleichberechtigt leben mit Assistenz

Frau im Rollstuhl mit Assistenz

Assistenzmodelle und Persönliche Assistenz

Es gibt eine Vielzahl behinderter Frauen, die im Alltag Assistenz benötigen. Stundenweise oder ganztägig auf Assistenz angewiesen zu sein, prägt die Lebenssituation dieser Frauen in einem hohen Maße. Insbesondere Menschen, die viel Assistenz zur Alltagsbewältigung brauchen, verbringen wenige Stunden am Tag wirklich alleine. Für Frauen, die immer Hilfe bei der Intimpflege, beim Einkaufen, bei Verrichtungen im Haushalt, beim Trinken, beim Essen, bei der Freizeitgestaltung, bei der Arbeit benötigen, ist es von großer Bedeutung, wer diese Assistenzleistungen erbringt. Schließlich verbringen Frauen mit Assistenzbedarf viel Zeit mit der Assistenzperson und teilen mit ihr intime Situationen.

Dennoch können sich nicht alle Frauen ihre Assistenzpersonen aussuchen. Insbesondere in den Jahren, in denen überwiegend das "Modell Zivildienstleistende" für Pflege- und Assistenzdienste genutzt wurde, war es nicht selten, dass Frauen mit hohem Assistenzbedarf innerhalb weniger Jahre "40 Männer hatten", die ständig wechselten und für Intimpflege genauso zuständig waren wie für alle anderen Leistungen, die erbracht werden mussten. Doch auch heute noch können sich Frauen nicht in allen Assistenzmodellen ihre AssistentInnen aussuchen. Diese Situation ist für viele behinderte Frauen völlig unverständlich. "Niemand würde einer nichtbehinderten Frau zumuten in Begleitung eines Mannes zur Toilette gehen oder sich duschen zu müssen" bringt es Frau Bach auf den Punkt (ForseA o.J., 12). Daher fordern behinderte Frauen seit vielen Jahren das Recht auf gleichgeschlechtliche Assistenz ein.

Bildquelle: Aktives Leben für Menschen mit Behinderung (ALB) e. V.