Forderungen und Hilfsangebote

Aspekte zur Arbeit mit von Gewalt betroffenen behinderten Frauen

Frau wehrt sich (© Artem Furman - Fotolia.com)

Forderungen und Hilfsangebote

  • Bei einer evtl. erforderlichen Wegweisung des Täters, müsste vonseiten der Polizei darauf geachtet werden, dass der betroffenen Frau mit Behinderung die notwendige Hilfe (die diese vorher u. U. vom Täter erhielt) zur Verfügung steht (z.B. Unterstützung bei der Organisation von kurzfristiger Hilfe, wie beispielsweise vorübergehende Aufnahme in ein Frauenhaus).
     
  • Ist beim Polizeieinsatz bekannt, dass es sich bei der Betroffenen um eine gehörlose Frau handelt, halten wir die Hinzuziehung von einer Gebärdendolmetscherin für unabdingbar. Erfahrungen in anderen Städten verweisen darauf, dass in diesen Fällen oft Kinder oder Angehörige zum Dolmetschen genommen werden, was aus der Not heraus unsererseits zwar nachvollziehbar ist, jedoch zur Verfälschung der Situation oder Überforderung führt.
     
  • Bei betroffenen blinden Frauen möchten wir besonders darauf hinweisen, dass bei der Wegweisung die Bannmeile - die der weggewiesene Täter nicht durchbrechen darf - von großer Bedeutung ist. Diese muss - entsprechend des Umkreises der betroffenen Frau - großzügig gestaltet werden. Dies erhöht für die blinde Frau wenigstens etwas die Sicherheit, in ihrem Umkreis dem Täter auch nicht unbemerkt, zu begegnen oder von diesem unbemerkt beobachtet zu werden.
     
  • Handelt es sich bei der Betroffenen um eine Rollstuhlfahrerin und ist eine gynäkologische Untersuchung ggf. die Nennung einer Praxis mit barrierefreiem Untersuchungsstuhl notwendig, sind wir gerne bei der Suche behilflich.
     
  • Dass Therapeutinnen keine Gebärdensprache können oder die Praxen für Rollstuhlfahrerinnen nicht erreichbar sind, sind nur einige der Hemmnisse, die sich behinderten Frauen bei der Therapeutinnensuche in den Weg stellen. Um ihnen diese Suche zu erleichtern, und um den MitarbeiterInnen von Beratungsstellen im Bedarfsfall die Möglichkeit zu geben, behinderten Frauen ggf. geeignete Therapeutinnen in Hessen zu nennen, hat das Hessische Koordinationsbüro für behinderte Frauen auf seiner Homepage  - eine Therapeutinnenkartei veröffentlicht. Erwähnt sei, dass diese Kartei jederzeit gerne erweiterbar ist.
     
  • Wünscht eine Frau mit Behinderung zur Verarbeitung ihrer oft traumatischen Erfahrungen eine Therapie, ist es nicht immer leicht für sie, eine geeignete Therapeutin zu finden.
     
  • Oft begrüßen es Frauen mit Behinderung sehr, wenn sie von behinderten Fachfrauen beraten werden. Wünscht die Betroffene eine entsprechende Beratung, oder möchte die Beratungsstelle, bei der sich eine Frau mit Behinderung in Beratung befindet, die Zusammenarbeit mit behinderten Fachfrauen, nennen wir gerne eine entsprechende Beratungsstelle.
     
  • Oft suchen behinderte Frauen nach Gewalterfahrungen den Kontakt zu anderen betroffenen Frauen mit Behinderung. Gerne können in diesem Fall die Frauen an das Hessisches Koordinationsbüro Frauen mit Behinderung, Tel.: 0561/72885-22, E-Mail: hkfb@paritaet-hessen.org  verwiesen werden. Durch die Arbeit besteht von Seiten unserer Einrichtung Kontakt zu vielen von Gewalt betroffenen Frauen mit Behinderung, die u. U. im Bedarfsfall als Gesprächspartnerin für andere von Gewalt betroffene Frauen mit Behinderung zur Verfügung stehen würden.

 

Hessisches Koordinationsbüro für Frauen mit Behinderung
Auf der Körnerwiese 5
60322 Frankfurt am Main
Telefon 069-955 262 36
Telefax 069-955 262 38
E-Mail: hkbf@paritaet-hessen.org
Internet: http://www.paritaet-hessen.org

 

Bildquelle © Artem Furmann / fotolia.com

 


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Hilfetelefon für Frauen

Das vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben eingerichtete Hilfetelefon steht von Gewalt betroffenen Frauen an 365 Tagen rund um die Uhr zur Verfügung. Sie erreichen es unter der kostenfreien Telefonnummer 08000 - 116 016.


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